WER IN BELIEBTEM URLAUBSLAND PRIVAT ZIMMER VERMIETET, MUSS EINEN 80-STUNDEN-LEHRGANG MACHEN

Südtirol ist ein touristischer Hotspot. Im vergangenen Jahr zählte die Alpenregion insgesamt 38,1 Millionen Übernachtungen, ein Plus von fast drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es gibt etwa 4200 Privatvermieter, für die nun neue Regeln gelten sollen, wie "Südtirolnews" berichtet. Wer vermieten möchte, muss entweder einen entsprechenden Ausbildungs- oder Berufslehrgang im Bereich Tourismus und Gastronomie abgeschlossen haben oder die berufliche Befähigung gemäß Gastgewerbeordnung vorweisen. 

Alternativ kann auch ein Lehrgang besucht werden. Dieser dauert mindestens 80 Stunden und deckt zentrale Themen wie Empfang, Betriebswirtschaft, Eventmanagement, regionale Produkte, Marketing, Geschichte und Digitalisierung ab. 

Private Anbieter müssen 80-Stunden Lehrgang machen: "Wichtiger Bestandteil unseres touristischen Angebots"

Der vom Verband der Privatvermieter Südtirols (VPS) organisierte Lehrgang beginnt Ende April und wird in deutscher und italienischer Sprache angeboten.

"Die traditionelle Privatzimmervermietung ist ein wichtiger Bestandteil unseres touristischen Angebots. Unser Anliegen ist es, eine solide Ausbildung der in diesem Bereich tätigen Personen sicherzustellen”, so Tourismuslandesrat Luis Walcher zu "Südtirolnews". Südtirol setze damit auf praxisnahe Weiterbildung und klare Standards für mehr Qualität im Tourismus.

Vermietung von Ferienhäusern in Deutschland: So sind die Regeln 

In Deutschland gibt es laut einer Studie des Deutschen Ferienhausverbandes (DFV) aus Anfang 2024 insgesamt rund 555.111 Ferienhäuser und -wohnungen. Diese Unterkünfte bieten über 2,6 Millionen Betten an. Der Markt wird zu etwa 82 Prozent von privaten Gastgebern dominiert. 307 Millionen Übernachtungen finden jährlich in privaten und gewerblichen Ferienunterkünften statt, allein der Staat profitiert von Steuereinnahmen in Höhe von 5,2 Milliarden Euro.

84 Prozent der privaten Ferienunterkünfte werden von den Eigentümern selbst vermarktet. Lediglich 16 Prozent der Vermieter nehmen die Dienste externer Agenturen und Verwaltungen in Anspruch.

Lehrgänge müssen Vermieter in Deutschland keine machen: Ein Zimmer als Ferienwohnung vermieten dürfen Eigentümer oder Mieter (mit Erlaubnis), sofern keine Zweckentfremdungsverbote der Kommune entgegenstehen. Mieter benötigen zwingend die schriftliche Zustimmung des Vermieters. Bei Eigentumswohnungen ist die Teilungserklärung maßgeblich. Häufig sind Anmeldungen, Registrierungsnummern oder Genehmigungen vom Bauamt erforderlich.

2026-04-10T19:08:52Z