Wer draußen unterwegs ist, will sich nicht lange mit Kartenmaterial oder umständlicher Planung aufhalten. Digitale Touren-Apps versprechen hier Abhilfe – allen voran Komoot. Die Plattform kombiniert Routenplanung, Offline-Karten und Navigation in einer Anwendung und richtet sich an Wanderer, Radfahrer und Outdoor-Fans gleichermaßen. Wie genau die Planung funktioniert, verrät IMTEST.
Die App informiert über die schönsten Routen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und vielen weiteren Ländern, die sich in frischer Luft genießen lassen. Dabei beschränkt sich der Dienst nicht nur auf Wanderungen. Auch etwa Strecken für Läufer, Bikepacker, Mountainbike- und Rennradfahrer stehen parat.
Wer keine Lust auf selbst planen hat, nutzt die Routenvorschläge in der eigenen Umgebung. Darüber hinaus lassen sich auch individuelle Touren mit wenigen Klicks erstellen. Nach Auswahl und Anpassung am Computer lassen diese sich dann samt topografischer Karte auf dem Handy öffnen und herunterladen. So stehen sie, unabhängig vom Mobilfunknetz, jederzeit funktionsfähig auf dem Smartphone bereit.
Und wie gut funktioniert die Navigation dann letztlich im Gelände? Führt die App zuverlässig zum Ziel? Meistens schon, aber es kann zu Problemen kommen. So ist etwa das GPS-Signal im dichten Wald oder Gebirge nicht immer perfekt, sodass die App nicht immer hundertprozentig genau weiß, wo sich der Nutzer aufhält. Auch sind nicht immer alle Wege begeh- oder befahrbar, etwa nach einem Sturm, wenn umgefallene Bäume den Weg versperren oder weil im Sommer die sprießende Vegetation enge Trails unbenutzbar macht.
Trotzdem: In den meisten Fällen zeigt einem die App großartige Orte sowie Highlights entlang der Route und bringt zuverlässig ans Ziel. Auf Wunsch sogar mit Sprachansagen. So muss man nicht immerzu auf den Bildschirm starren. Einziger Haken: Die Sprachansagen gibt’s nur, wenn man das Kartenmaterial für die Region kauft oder Komoot-Premium abonniert. Einzelne Gebiete kosten 8,99 Euro, das Gesamtpaket für Westeuropa immerhin 29,99 Euro. Das Gute aber: Eine Wunschregion erhält man zum Start kostenlos (siehe unten). Damit lassen sich zu Beginn alle wichtigen Funktionen ausprobieren.
Die Routenplanung bei Komoot ist seit dem letzten Update einfach wie nie zuvor. Dank einer Kooperation mit ChatGPT können Nutzer nun per Textnachricht ihre Routenwünsche eingeben und erhalten daraufhin Vorschläge.
Zunächst muss man dafür diesen Link klicken, um Komoot mit der KI zu koppeln. In das Textfeld gibt man dann zunächst „@komoot“ ein und formuliert daraufhin seinen Wunsch.
Diese neue Funktion soll es Komoot-Einsteigern deutlich vereinfachen, die erste Tour zu planen. Aber auch für spontane Ausflüge und bei geringer Vorbereitungszeit eignet sich das Tool bestens.
Man kann zwar auch über die Komoot-App Touren planen und bearbeiten, am Computer über den Browser erweist sich die Handhabung aber deutlich einfacher. Alternativ kann der Radfahrer fertige Touren in der Nähe finden, auch ohne ChatGPT. Dazu tippt man in der App unten auf Touren. Oben links wählt man dann die gewünschte Sportart aus. Zur Auswahl stehen Wandern, Mountainbike, Rennrad, Fahrrad, Laufen, Bergtour, MTB-Enduro und Gravelbike. Zusätzlich kann man die Option „E-Bike“ aktivieren. Anschließend wählt man, wo die Aktivität stattfinden soll. Hier gibt es die Wahl zwischen „Aktueller Ort“ oder 5, 10, 20, 30, 50 oder 100 Kilometer Umkreis.
Der Clou versteckt sich hinter Aktueller Ort“: Denn die Routen, die Komoot dadurch vorschlägt, berechnet die App automatisch vom derzeitigen Standort. Gleichzeitig sollen sie dabei die besten Wege und Highlights in der Nähe einbeziehen. Dadurch verspricht Komoot, dass es für App-Nutzer noch schneller und bequemer, eine ansprechende Tour in der Umgebung zu finden.
1. Navigiere am PC zur Internetseite www.komoot.de. Gib im Feld Ihre E-Mail-Adresse an und klicke auf Jetzt anmelden.
Im nächsten Schritt meldest du dich per E-Mail-Adresse und Passwort oder über euer Facebook-, Google- oder Apple-Konto an. Folgt dem Assistenten und ladet auch gleich die Komoot-App für das Smartphone. Darin meldest du dich mit deinem soeben erstellten Anmeldedaten an.
2. Hast du dich im Browser auf der Komoot-Seite angemeldet, klicke oben rechts auf Touren.
Es ist einfacher, vorhandene Touren umzuplanen, als komplett neue zu erstellen. Um Touren zu finden, tippe dann ins Suchfeld den Ort oder das Gebiet ein, wo du radeln möchtest.
3. Im nächsten Schritt kann sich der Nutzer durch die Routenoptionen klicken und entsprechend seiner Wünsche Merkmale aktivieren.
Darüber hinaus kann man vorgeben, ob die Tour an einem Parkplatz starten oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein soll, wie viele Höhenmeter sie haben darf, wie die Wegbeschaffenheit sein soll und worum es sich für einen Routentyp handeln soll. Bei Hin- und Rückkehr kehren Sie irgendwann um und gehen mehr oder weniger den gleichen Weg zurück. Rundtouren sind also in der Regel interessanter.
Hinweis: Bei Wanderungen orientiert sich die Bewertung der technischen Schwierigkeit an der (SAC) Wanderskala des Schweizer Alpen-Clubs (siehe Bild). Eine „leichte Wanderung“ enthält demnach eine Tour, die nicht länger als 2 Stunden dauert und nicht mehr als 300 Höhenmeter beinhaltet.
Du kannst aber auch „leicht“ wählen und anschließend die „Tourdauer“ auf mehr als 2 Stunden erhöhen.
4. Hast du die Filter angepasst, erscheinen nun die Touren, die zu deinen Anforderungen passen. Die Vorschau links verschafft dir bereits anhand der Fotos und der Beschreibung einen ersten Eindruck der jeweiligen Tour. Zudem siehst du auf einen Blick, wie lange du ungefähr benötigst sowie welche Entfernung und wie viele Höhenmeter du bewältigen musst. Für einen detaillierten Blick klicke auf den Tournamen.
5. Nun findest du weitere Informationen zum Höhenprofil, zur Beschaffenheit der Wege, und den schönsten Abschnitten (Highlights) auf der Strecke.
Willst du die Tour genauso machen, wie sie beschrieben ist? Dann klicke einfach auf Speichern, wodurch Komoot die Tour zu „Ihren Touren“ hinzufügt.
6. Alternativ kann man die Tour noch nach individuellen Wünschen bearbeiten.
Anschließend einfach die neue Tour abspeichern.
7. Zudem siehst du auf der Karte sogenannte Highlights, symbolisiert durch orange Symbole. Einige sind in der Regel bereits in deiner Tour enthalten. Klicke auf ein solches Feld, erscheinen links am Bildschirm Fotos und weitere Informationen. Du kannst diese Highlights genau wie Wegpunkte entfernen, hinzufügen oder als Startpunkt wählen.
8. Deine gespeicherten Routen findest du nun nach einem Klick auf deinem Profilbild oben rechts und Touren (geplant). Nach einem Klick auf die Tourenbezeichnung kannst du sie weiterbearbeiten, mit Freunden teilen (etwa per E-Mail oder WhatsApp) oder als Gruppentour organisieren.
9. Hast du dich in der Komoot-App auf deinem Smartphone angemeldet, findest du deine geplante(n) Tour(en) über Profil und Geplant. Nach einem Fingertipp auf Navigation mit Handy geht es los.
Neuerdings können sich Besitzer einer Apple Watch auch über ihre Uhr navigieren lassen. Statt nur Pfeile, wie bislang, zeigt das smarte Gerät jetzt wie auf dem Handy das Kartenmaterial mit der Route an.
Tipp: Befindest du dich noch nicht am Startpunkt, tippe einfach auf Auto & ÖPNV. Anschließend startest du ein Navigationsprogramm deiner Wahl (etwa Google Maps), das dann die Koordinaten des Startpunkts enthält.
Du kannst aber nicht nur dein Smartphone zum Navigieren benutzen. Ebenfalls möglich ist die Übertragung der Routen an andere Geräte wie Smartwatches und Fahrrad-Computer. Wie das funktioniert, variiert von Hersteller zu Hersteller.
In der Regel ist es so, etwa bei Sigma und Wahoo, dass sich Komoot-Routen am komfortabelsten über die jeweiligen Smartphone-Apps installieren lassen. Darin verknüpft der Nutzer die Konten, worauf die geplanten Routen in der App erscheinen und sich an das Gerät senden lassen.
Besonders einfach macht es aber Garmin. Sind beide Konten verbunden, reicht es, die geplante Route in Komoot aufzurufen, auf die Schaltfläche rechts von „Navigation mit Handy“ zu tippen und Garmin zu wählen. Wenige Sekunden später erscheint die Route in der Komoot-App auf dem Fahrradcomputer oder der Smartwatch.
IMTEST verrät im Folgenden noch ein paar interessante Tipps und Tricks, die die Tour aufwerten können.
Neue Touren zu erstellen und daran herumzupfeilen kann richtig Spaß machen. Auf die gleiche Weise wie „Anpassen“ bzw. „Bearbeiten“ funktioniert im Prinzip auch das Anlegen komplett neuer Strecken. Klicke dazu einfach oben auf Touren und rechts oben auf Planen und folgen den Anweisungen. Im Prinzip funktioniert das Ganze wie das Bearbeiten von Touren, nur dass du Start- und Zielpunkt frei eingibst und dann selbst die Wegpunkte zur Tour hinzufügst.
Hast du die entsprechende Kartenregion gekauft, kannst du die Tour vorab herunterladen. Tippen dazu auf den Namen der Tour und schiebe den Schieberegler Zur Offline-Navigation speichern nach rechts (funktioniert nur, wenn Sie über das Kartenmaterial der Region verfügen). Größer Vorteil: Es schont den Akku. Denn in diesem Fall muss das Smartphone nicht ununterbrochen die Daten übers Mobilfunknetz laden.
Zudem kann das Handy in der Tasche und der Bildschirm ausgeschaltet bleiben. Denn Komoot informiert mit Sprachanweisungen kurz vor und direkt an Weggabelungen, wo es langgeht. Nutzt du dagegen ausschließlich die Bildschirm-Navigation, macht der Smartphone-Akku schnell schlapp. Zudem gibt’s Probleme, wenn keine Mobilfunkverbindung besteht, was beim Wandern durchaus vorkommen kann.
Öffnen die Internetseite www.komoot.de/product/regions und melde dich an (falls noch nicht geschehen). Tippe dann den Namen eines Ortes oder einer Stadt ein, etwa „Winterberg“, und wähle in der Trefferliste den richtigen Eintrag.
Anschließend siehst du auf der Karte, welches Gebiet die Region umfasst. Bist du mit der Wahl zufrieden, klickst du auf Jetzt freischalten. Auf die gleiche Weise kann man auch weitere Regionen dazukaufen. Tipp: Wenn man Komoot oft und viel nutzt, lohnt sich definitiv der Kauf des Weltpakets für 29,99 Euro.
Wenn du gerne deine gemachten Touren auf Komoot mit anderen Menschen teilen, aber nicht deinen Wohnort im Internet verraten möchten, gehe so vor.
1. Melde dich auf komoot.de an, klicke auf dein Profilbild, Profil und Einstellungen.
2. Weiter geht’s mit Klicks auf Privatsphäre, Private Zonen bearbeiten sowie Neue private Zone erstellen.
3. Gib nun einen Namen ein, etwa „Privatadresse“, und wähle darunter den entsprechenden Ort bzw. Adresse aus. Klickst du nun auf Speichern, erzeugt Komoot ab sofort auf alle zukünftigen und alle bestehenden Touren-Karten eine zufällig geformte Zone um den gewählten Ort, sofern die Touren dort starten oder enden und den schönsten Abschnitten (Highlights) auf der Strecke.
2026-02-25T07:12:16Z